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Ratgeber · Lesezeit ca. 6 Min.

Wie viel Eigenkapital brauche ich für eine Baufinanzierung?

Die wichtigste Frage vor dem Immobilienkauf – und die Antwort ist erfreulich klar. Hier finden Sie Faustregeln, ein Rechenbeispiel und die ehrliche Einordnung, wann es auch mit wenig Eigenkapital klappt.

Die kurze Antwort

Als Faustregel sollten Sie mindestens die Kaufnebenkosten aus eigenem Geld bezahlen können – je nach Bundesland sind das rund 9–12 % des Kaufpreises. Wer zusätzlich 10–20 % des Kaufpreises als Eigenkapital einbringt, bekommt spürbar bessere Zinsen. Beides ist aber keine starre Grenze: Auch Finanzierungen mit wenig oder ganz ohne Eigenkapital sind je nach Einkommen und Objekt möglich.

💡 Merksatz: Nebenkosten aus Eigenkapital = solide. Nebenkosten plus 10–20 % vom Kaufpreis = sehr gute Konditionen.

Warum Eigenkapital den Zins senkt

Banken denken in Risiko. Je mehr Eigenkapital Sie einbringen, desto niedriger ist der sogenannte Beleihungsauslauf – also der Anteil des Immobilienwerts, den die Bank finanziert. Ein niedriger Beleihungsauslauf bedeutet weniger Risiko für die Bank und damit einen niedrigeren Zins für Sie. Der Unterschied zwischen 100 % und 80 % Beleihung kann mehrere Zehntelprozentpunkte ausmachen – über 30 Jahre schnell ein fünfstelliger Betrag.

Rechenbeispiel

Angenommen, Sie kaufen eine Immobilie für 400.000 € in Nordrhein-Westfalen:

  • Grunderwerbsteuer (6,5 %): 26.000 €
  • Notar & Grundbuch (ca. 2 %): 8.000 €
  • Maklerprovision (3,57 %): 14.280 €
  • Kaufnebenkosten gesamt: ca. 48.280 €

Diese rund 48.000 € sollten idealerweise aus Eigenkapital kommen. Bringen Sie zusätzlich z. B. 40.000 € als Eigenkapital in den Kaufpreis ein, sinkt Ihr Darlehen – und Ihr Zins wird günstiger.

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Geht es auch ohne (viel) Eigenkapital?

Ja – unter Bedingungen. Bei sicherem, ausreichendem Einkommen und guter Bonität finanzieren manche Banken den vollen Kaufpreis (100 %) oder sogar Kaufpreis plus Nebenkosten (110 %). Das ist teurer im Zins und erfordert mehr Puffer, kann aber der richtige Weg sein – etwa, wenn Sie gut verdienen, aber (noch) wenig angespart haben. Wichtig ist eine ehrliche Machbarkeitsrechnung.

Was zählt eigentlich als Eigenkapital?

  • Bank- und Sparguthaben, Tagesgeld
  • Bausparguthaben
  • Wertpapiere, Fonds (zum aktuellen Wert)
  • Bereits vorhandene, unbelastete Immobilien oder Grundstücke
  • Eigenleistung beim Neubau („Muskelhypothek“) – in gewissem Rahmen
Wichtig: Halten Sie immer einen Notgroschen zurück (mehrere Monatsausgaben). Ihr komplettes Erspartes in die Immobilie zu stecken, ist selten eine gute Idee.

Fazit

Mindestens die Nebenkosten aus Eigenkapital, idealerweise etwas mehr – so lautet die einfache Regel. Wie viel in Ihrem Fall sinnvoll und möglich ist, hängt von Ihrem Einkommen, Ihren Zielen und dem Objekt ab. Genau das rechnen wir mit Ihnen kostenlos und ehrlich durch.

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Häufige Fragen

Eigenkapital – kurz beantwortet

Wie viel Eigenkapital ist das Minimum?+
Als Faustregel die Kaufnebenkosten (ca. 9–12 % des Kaufpreises). Finanzierungen mit weniger sind je nach Bonität möglich.
Bekomme ich ohne Eigenkapital eine Finanzierung?+
Bei sicherem Einkommen und guter Bonität finanzieren manche Banken bis 100 % oder 110 %. Der Zins ist höher, ein Einkommenspuffer wichtig.
Zählt Eigenleistung als Eigenkapital?+
Ja, in gewissem Rahmen – realistisch geplante Eigenleistung beim Neubau kann Eigenkapital teilweise ersetzen.